Was in eine Hochzeitseinladung gehört
Die Angaben, nach denen Gäste im Text suchen: Ankunftszeit, Adresse und Anfahrt, Dresscode, Begleitung und Kinder, Geschenke und bis wann ihr eine Rückmeldung braucht.
·6 Min. Lesezeit
Eine Einladung wird einmal quer gelesen und danach nur noch wegen der Fakten hervorgeholt: Wann soll ich da sein, wo genau ist das, was ziehe ich an? Steht die Antwort nicht drin, schreibt der Gast euch – und es kommen so viele Nachrichten zusammen, dass es einfacher ist, alles gleich in den Text zu schreiben.
Das Pflichtminimum
- Wer heiratet – Vornamen, bei einer informellen Einladung ohne Nachnamen.
- Datum, Wochentag und Jahr. Das Jahr wirkt überflüssig, bis es das erste Mal zu Verwechslungen kommt.
- Die Ankunftszeit der Gäste – nicht der Beginn der Trauung, sondern wann man da sein soll.
- Die Adresse samt Namen der Location, nicht nur Straße und Hausnummer.
- Bis wann und wo zurückgemeldet werden soll.
Alles andere richtet sich nach den Umständen, aber diese fünf Punkte braucht es immer – selbst wenn die Einladung nur eine Zeile im Messenger ist.
Uhrzeit: Ankunft, nicht Beginn
Der häufigste Fehler ist, die Uhrzeit der Trauung anzugeben. Die Hälfte der Gäste kommt dann genau dazu, also zu spät, denn davor stehen noch Empfang, Fotos und das Finden der Plätze an.
Schreibt es so, wie es wirklich abläuft: „Empfang ab 15:30 Uhr, Trauung um 16:00 Uhr.“ Ist der Tag lang, ergänzt ein paar Fixpunkte – Abendessen, Eröffnungstanz, Ende. Der Gast braucht das, um zu wissen, wann er das Taxi für den Rückweg bestellt.
Adresse und Anfahrt
Name der Location, vollständige Adresse und eine Orientierungshilfe: welcher Eingang, gibt es Parkplätze, wie kommt man aufs Gelände. Locations auf dem Land werden ohne das zur Schnitzeljagd – das Navi führt bis zum Tor, und danach steht jemand davor und ruft euch zehn Minuten vor der Trauung an.
Gibt es einen Shuttle, schreibt Abfahrtsort und Uhrzeit dazu, und zwar gut sichtbar: Genau dafür wird die Einladung ein zweites Mal geöffnet. Digital ist das bequemer als auf Papier – die Karte öffnet sich mit einem Tipp, und die Route startet direkt beim Gast.
Dresscode
Formuliert es so, wie ihr es mündlich sagen würdet. „Pastelltöne“ versteht jeder anders, „festlich, langes Kleid oder Anzug; schön sind Altrosa, Beige und Olivgrün“ ist dagegen eine Anleitung.
Wird auf Wiese oder Kies gefeiert, warnt vor Absätzen. Wird es abends kühl, erwähnt eine Jacke. An genau solche Kleinigkeiten erinnern sich Gäste besser als an den Rest des Textes.
Begleitung und Kinder
Schreibt direkt, wen ihr erwartet: „Wir freuen uns auf euch beide“, „komm gern mit Anna“ oder „diesmal feiern wir ohne Begleitungen“. Es weglassen ist nicht taktvoller – es schiebt die Unsicherheit nur auf den Gast, und der zögert die Antwort eine Woche hinaus.
Mit Kindern genauso: ob die Kleinen mitkommen, ob es Betreuung und einen Kindertisch gibt. „Feier für Erwachsene“ klingt freundlich und ist trotzdem eindeutig.
Geschenke
Ihr könnt das Thema komplett auslassen, aber wenn ihr es ansprecht, dann kurz und ohne Begründung, warum ausgerechnet so. „Über einen Beitrag zu unserer Reise freuen wir uns sehr“ oder „bitte keine Blumen, nach der Feier wissen wir nicht wohin damit“ reicht völlig.
Kontodaten in der Einladung selbst wirken schwerfällig. Besser als eigene Zeile am Ende oder als Antwort an die, die von sich aus fragen.
Rückmeldung: wie und bis wann
Das Datum unbedingt als Datum: „Sagt uns bitte bis zum 12. Juli Bescheid“ wirkt doppelt so gut wie „meldet euch rechtzeitig“. Und ein einziger klarer Weg zurückzumelden – ein Button, ein Formular oder eine konkrete Nummer, nicht „schreibt irgendeinem von uns“.
Laufen die Rückmeldungen über die Einladungsseite, seht ihr nebenbei, wer sie überhaupt geöffnet hat. An dieser Liste erkennt ihr, wen ihr erinnern müsst und wen nicht.
Was nicht hineingehört
- Der komplette Ablauf minutengenau – das ist euer Arbeitsdokument, nicht das der Gäste.
- Lange Gedichte am Anfang: Bis zum Wesentlichen liest womöglich niemand.
- Eine Verbotsliste mit fünf Punkten – der Ton wird sofort behördlich.
- Die Namen aller Dienstleister und Helfer.
Die Reihenfolge der Blöcke
Bewährt hat sich: Anrede – Namen – Datum und Ankunftszeit – Ort und Anfahrt – Ablauf in Kurzform – Dresscode – Begleitung und Kinder – wie und bis wann zurückgemeldet wird. So bekommt der Gast die Antworten in der Reihenfolge, in der die Fragen bei ihm auftauchen.
Fertige Formulierungen für jeden Block findet ihr im Artikel Text für die Hochzeitseinladung, und wie daraus eine fertige Seite wird, seht ihr im Vorlagenkatalog.
Jetzt fehlt nur noch die Einladung selbst
Wählen Sie eine Vorlage, setzen Sie Ihren Text ein und schicken Sie den Gästen einen persönlichen Link. Kostenlos und ohne Registrierung.