Dresscode zur Hochzeit: wie ihr es den Gästen sagt
Welche Dresscode-Formate es gibt, welche Formulierungen befolgt werden, wovor ihr wegen Location und Wetter warnen solltet und welche Bitten ihr euch besser spart.
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Ein Dresscode ist nicht nur für schöne Fotos da, auch wenn er das nebenbei leistet. Wer nicht weiß, wie er sich anziehen soll, fühlt sich den ganzen Abend unwohl: Der eine kommt im Anzug zum Picknick auf der Wiese, die andere in Jeans ins Restaurant, wo alle im Kleid sind. Eine einzige Zeile in der Einladung nimmt allen diese Sorge ab.
Erst klären, ob ihr überhaupt einen braucht
Bei einer kleinen Feier, auf der sich die Gäste ohnehin kennen, reicht das Wort „festlich“ – oder ihr schreibt gar nichts. Ein Dresscode lohnt sich, wenn ihr ein Bild vom Abend im Kopf habt, in das alle hineinpassen sollen: eine gemeinsame Farbwelt, eine bestimmte Location, ein Shooting. Kleidervorschriften nur deshalb zu machen, weil man das eben so tut, braucht niemand.
Formate, die verstanden werden
- Kein Dresscode. Genau so schreibt man es auch: „Kommt, worin ihr euch wohlfühlt.“ Ehrlicher als Schweigen – sonst rätselt die Hälfte der Gäste.
- Festlich. Die häufigste Variante: Kleid oder Anzug, ohne strenge Farbvorgaben. Versteht jeder ohne Erklärung.
- Farbwelt. Ihr nennt zwei, drei Farben und bittet darum, sich daran zu halten. Funktioniert am besten, weil niemand etwas Neues kaufen muss: Etwas in Beige, Blau oder Grün hat fast jeder im Schrank.
- Abendgarderobe. Lange Kleider, dunkle Anzüge. Passend für ein Dinner im Restaurant und völlig unpassend, wenn die Gäste danach über die Wiese laufen.
- Motto. Ein Stil, eine bestimmte Epoche, ein gemeinsames Accessoire. Das kostet die Gäste Aufwand – sagt es einen Monat vorher an, nicht später.
Wie ihr es formuliert
Der Unterschied zwischen Bitte und Vorschrift liegt im Ton. „Dresscode ist Pflicht“ erzeugt Widerstand sogar bei denen, die sich sowieso schick machen wollten. Was funktioniert, sind kurze, menschliche Sätze:
Wir freuen uns, wenn ihr unsere Farben mittragt: Altrosa, Beige, Graugrün. Strenge Vorgaben gibt es nicht, Hauptsache, ihr fühlt euch wohl.
Der Abend wird festlich: Kleider und Anzüge. Die Trauung findet auf der Wiese statt – nehmt sicherheitshalber Schuhe mit, mit denen ihr über den Rasen kommt.
Ist das Format komplizierter, zeigt es lieber, statt es zu beschreiben: Ein paar Beispielfotos in der Einladung erledigen die Hälfte der Rückfragen. Mit einem Bild streitet kaum jemand, mit einer Formulierung dagegen gern.
Wovor ihr wegen der Location warnen solltet
Diesen Teil vergessen die meisten – dabei ist er wichtiger als die Farbe.
- Trauung auf Wiese oder Kies – Pfennigabsätze sinken ein, sagt es deutlich.
- Abend im Freien – nach Sonnenuntergang wird es selbst im Juli kühl, bittet um etwas Warmes zum Überziehen.
- Lange Anfahrt oder Shuttle – weist darauf hin, damit niemand in unbequemen Schuhen anreist.
- Trauung in Kirche oder Moschee – schreibt gleich dazu, dass Schultern bedeckt sein sollen und ein Tuch dazugehört.
- Feier am Wasser oder in der Natur – erwähnt Sonne und Mücken, das ist keine Kleinigkeit.
Worum ihr besser nicht bittet
Verlangt keine konkreten Teile, die ein Gast womöglich gar nicht besitzt: ein Kleid in einem bestimmten Ton, eine Fliege in der passenden Farbe, einen Dreiteiler. Alles, was jemanden zwingt, für einen Abend Geld auszugeben, sorgt für Ärger – auch wenn es niemand laut sagt.
Ein eigener Punkt ist Weiß. Die Bitte, kein Weiß zu tragen, klingt in Ordnung, solange sie ruhig und einmal ausgesprochen wird; eine ausführliche Erklärung mit Ausrufezeichen liest sich wie ein Vorwurf an die Gäste, noch bevor sie da sind.
Und macht den Dresscode nicht zur Einlassbedingung. Ein Satz wie „In Jeans kommt ihr nicht rein“ verwandelt ein Fest in eine Türkontrolle – und bleibt besser im Gedächtnis als der ganze Rest der Einladung.
Wann ihr daran erinnert
Einmal in der Einladung selbst, damit alle genug Zeit haben. Und ein zweites Mal in der Nachricht drei, vier Tage vor der Hochzeit, zusammen mit Ankunftszeit und Adresse. Bis dahin liegt das Lesen der Einladung einen Monat zurück, und an die Farbwelt erinnern sich ehrlicherweise die wenigsten.
Wo der Dresscode im Text der Einladung steht und was daneben gehört, lest ihr im Artikel was in eine Hochzeitseinladung gehört.
Jetzt fehlt nur noch die Einladung selbst
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