Sitzordnung bei der Hochzeit: so plant ihr sie
Wann ihr euch an den Plan setzt, welche Tischform passt, nach welchem Prinzip ihr Runden zusammenstellt, wohin Kinder und ältere Gäste gehören und was ihr bei Änderungen kurz vorher macht.
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Die Sitzordnung wirkt wie eine technische Kleinigkeit – bis jemand den ganzen Abend zwischen zwei fremden Paaren sitzt und direkt nach der Torte geht. Davon, wer neben wem sitzt, hängt ab, ob der Abend lebendig oder nur höflich wird. Es ist fast das einzige Werkzeug, mit dem ihr das beeinflussen könnt.
Wann ihr anfangt
Erst, wenn die Rückmeldungen da sind. Vorher baut ihr den Plan nach jedem „wir schaffen es wohl doch nicht“ neu, und solche Nachrichten kommen häufiger, als man denkt. Die sinnvolle Reihenfolge: Rückmeldefrist drei bis vier Wochen vorher, Sitzordnung zwei Wochen vorher, die endgültige Fassung an die Location drei bis vier Tage vorher.
Wie ihr eure Gäste dazu bringt, rechtzeitig zu antworten, steht im Artikel Rückmeldungen der Gäste einsammeln.
Die Tischform
- Runde Tische für 8–10 Personen. Die gesprächigste Variante: Alle sehen einander, die Runden mischen sich. Brauchen mehr Platz im Saal.
- Lange Tafeln. Schön auf Fotos und gut für kleine Hochzeiten, aber jeder redet nur mit vier Nachbarn – mit denen zehn Plätze weiter wechselt er den ganzen Abend kein Wort.
- Brauttisch plus Gästetische. Der Klassiker, das Paar sitzt mit Blick in den Saal. Der Nachteil: Ihr sitzt den ganzen Abend für euch und sprecht mit fast niemandem.
- Ohne Sitzordnung, als Empfang. Funktioniert bei weniger als dreißig Gästen, die sich ungefähr kennen. Bei einem großen Fest wird daraus ein Gedränge am Buffet.
Das wichtigste Prinzip
An jedem Tisch soll jeder mindestens eine Person haben, mit der er sicher etwas zu reden hat. Das ist wichtiger als schöne Ideen nach dem Motto „wir mischen alle, dann lernen sie sich kennen“: Kennen lernen sich in der Regel nur die, denen ohnehin wohl ist.
Danach ist es einfacher, die Tische entlang natürlicher Kreise zu besetzen – Uni, Arbeit, Nachbarschaft, Familie – und ein, zwei Menschen dazuzusetzen, die beide Seiten kennen. Solche Leute bringen einen Tisch besser in Fahrt als jeder Moderator.
Wer wohin gehört
- Ältere Verwandte – weg von den Boxen und nah an Ausgang und Toiletten. Laute Musik direkt neben Oma heißt, dass sie nach einer Stunde fährt.
- Familien mit kleinen Kindern – an den Rand, damit man mit dem Kind rausgehen kann, ohne alle aufstehen zu lassen. Ein eigener Kindertisch funktioniert etwa ab sechs Jahren, die Kleineren sitzen bei den Eltern.
- Gäste, die allein kommen – setzt niemanden allein an einen Tisch, an dem die anderen sieben als Paare sitzen. Bringt diese Gäste zusammen, meistens kommen sie untereinander ins Gespräch.
- Getrennte Eltern und Menschen im Streit – an verschiedene Tische, aber ohne Demonstration: nicht an die entgegengesetzten Enden des Saals, einfach nicht nebeneinander.
- Wer keinen Alkohol trinkt – zu anderen, die auch nicht trinken, sonst läuft der Tisch im Tempo auseinander.
Die Nachbarn am Tisch
Innerhalb eines Tisches lohnt es sich nur, die direkten Nachbarschaften zu planen – danach mischen sich die Leute von selbst. Das klassische Abwechseln von Mann und Frau hält heute kaum noch jemand ein, und das zu Recht: Viel wichtiger ist, dass nebeneinander sitzt, wer sich füreinander interessiert.
Paare setzt man normalerweise nebeneinander und nicht gegenüber: Sie sind zusammen gekommen und wollen zusammen sitzen, auch wenn es heißt, dass sie so weniger neue Leute kennenlernen.
Plan und Namenskarten
Ein Gast muss in fünf Sekunden und ohne Warteschlange finden, wo sein Platz ist. Dafür braucht es zwei Dinge: eine Übersicht am Eingang – eine Liste nach Tischen oder ein Saalplan – und eine Namenskarte am Platz selbst.
Schreibt die Namen so, wie die Leute im Leben heißen: „Onkel Klaus“ statt „Klaus-Dieter Neumann“ nimmt niemand übel, eine ungewohnte volle Namensform erkennen dagegen manchmal nicht einmal die eigenen Verwandten. Und prüft die Schreibweise – einen falsch geschriebenen Nachnamen bemerken alle.
Der letzte Tag
Änderungen wird es auf jeden Fall geben: Jemand wird krank, jemand kommt ohne Begleitung, jemand bringt ein Kind mit, von dem nie die Rede war. Haltet die endgültige Fassung deshalb dort, wo ihr sie schnell korrigieren und weiterschicken könnt, und nicht nur als Ausdruck.
Eine nützliche Kleinigkeit: Bittet die Location, an verschiedenen Tischen zwei, drei Plätze frei zu lassen. Das ist billiger, als wegen eines unerwarteten Gastes hektisch den ganzen Plan umzubauen.
Im Service entsteht der Sitzplan direkt aus der Liste der Zusagen: Gäste lassen sich per Drag-and-drop auf die Tische ziehen, und der fertige Plan wird mit Namenskarten und Tischnummern im selben Stil wie die Einladung gedruckt. Wie das aussieht, seht ihr auf der Seite zur digitalen Einladung.
Jetzt fehlt nur noch die Einladung selbst
Wählen Sie eine Vorlage, setzen Sie Ihren Text ein und schicken Sie den Gästen einen persönlichen Link. Kostenlos und ohne Registrierung.